Oberlidstraffung

Im Rahmen des normalen Alterungsprozess kommt es am ganzen Körper zu einer Erschlaffung der Haut und des Bindegewebes. Im Bereiche der Oberlider äussert sich dies in einem zunehmend überhängenden Hautüberschuss, umgangssprachlich auch Schlupflid genannt. Das Resultat ist oft ein müdes oder gar trauriges Erscheinungsbild der Augenpartie. Bei einem sehr grossen Hautüberschuss kann es auch zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds kommen.

Bei einer Oberlidstraffung, medizinisch Oberlidblepharoplastik genannt, wird dieser Hautüberschuss entfernt. Dies resultiert in den meisten Fällen in einem erfreulich frischeren und jüngeren Gesichtsausdruck. 

Rahmenbedingungen

Die Operation findet in örtlicher Betäubung und ambulant statt.

Operationsdauer

Ca. 1 Std.

Operationstechnik

Der Hautüberschuss an beiden Oberlidern wird vor Beginn der Operation (meist im Sitzen) markiert.

Nach Einspritzen des Lokalanästhetikums um das Operationsgebiet wird die Haut und manchmal ein kleiner Teil des Lidmuskels weggeschnitten. Die Schnittführung wird so gewählt, dass die endgültige Narbe ca. 1 cm oberhalb des Lidrandes und meist in einer bestehenden Hautfurche zu liegen kommt. Bei sehr grossen Schlupflidern, welche über die knöcherne Augenhöhle hinausragen, muss die Schnittführung entsprechend seitlich verlängert werden. Manchmal wölbt sich etwas überschüssiges Fettgewebe aus der Augenhöhle hervor, welches ebenfalls entfernt werden kann. Die Wundränder werden danach direkt vernäht.

oberlidblepharoplastik WP 1

Nahtmaterial 

Die Operationswunden werden in der Regel mit nicht resorbierbarem (nicht selbstauflösendem) Nahtmaterial geschlossen. Dieses Nahtmaterial muss nach 5 bis 7 Tagen entfernt werden.

Zu erwartende Folgeerscheinungen nach der Operation

Die Haut der gesamten Augenpartie ist sehr dünn und anfällig für Schwellungen und Verfärbungen. Während der ersten Tage nach der Operation ist eine gut sichtbare Schwellung und Blauverfärbung der Oberlider, manchmal auch der Unterlider, zu erwarten. Abschwellende Massnahmen wie kühlen und vermeiden von Kopftieflage können dies etwas mindern.

Es kann sein, dass nach der Operation ein kompletter Lidschluss nicht möglich ist, unter anderem auch bedingt durch die Schwellung. Dies ist ungefährlich und legt sich in der Regel nach 1 bis 2 Wochen.

Nachbehandlung

Für die ersten 48 Stunden empfehlen wir, dass Sie sich schonen, das Operationsgebiet regelmässig kühlen (kühle Auflagen, jedoch kein Eis) und keine Kopftieflage einnehmen.

Die Fäden müssen nach 5 bis 7 Tagen entfernt werden. Dies erfolgt im Rahmen der ersten Nachkontrolle in der Sprechstunde.

Duschen und Haare waschen ist erlaubt.

Obwohl körperlich nach der Operation eigentlich keine Einschränkungen bestehen, wird empfohlen, schwere körperliche Arbeit inklusive Sport bis zur gesicherten Wundheilung und Rückgang der Schwellung zu unterlassen.

Nachkontrollen

Routinemässige Nachkontrollen in unserer Sprechstunde erfolgen nach 1 Woche, 6 Wochen und 6 Monaten.

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei der Oberlidstraffung sowohl chirurgische wie auch anästhesiebedingte Risiken. Begleiterkrankungen wie Diabetes, Immunschwäche, Gerinnungsstörungen sowie Rauchen erhöhen das Risiko von chirurgischen Komplikationen wesentlich.

Die häufigsten chirurgischen Komplikationen einer Oberlidstraffung sind
  • Nachblutungen (Hämatom)
  • Asymmetrie
  • Sichtbare Narben
  • Reizung der Hornhaut
  • Trockenes oder vermehrt tränendes Auge
  • Infektionen
Seltene Komplikationen sind
  • Hornhautverletzung
  • Hornhautinfektion
  • Bleibender inkompletter Lidschluss
  • Retrobulbärhämatom (Bluterguss hinter dem Augapfel), sofern diese Diagnose verpasst wird, dann droht die Erblindung
  • Verletzung der Tränendrüse
Muss ich vor der Operation meine eigenen Medikamente absetzen?

Die meisten Medikamente können Sie vor und nach der Operation weiter einnehmen. Gewisse Medikamente, wie z.B. Blutverdünner (Aspirin, Marcoumar), können das Komplikationsrisiko erhöhen und sollten für die Operation pausiert werden. Wir bitten Sie, bei der Operationsvorbesprechung eine Liste mit all Ihren Medikamenten und den Dosierungen mitzubringen.

Muss mein Hausarzt spezielle Abklärungen vor der Operation veranlassen?

Da der Eingriff in örtlicher Betäubung stattfindet, fallen die üblichen narkosebedingten Risiken weg. Gewisse Augenleiden können das Operationsrisiko jedoch stark erhöhen oder sogar eine Kontraindikation darstellen. Wir bitten Sie, möglichst ausführliche Informationen zu Ihrer medizinischen Geschichte in die Sprechstunde mitzubringen, damit wir gemeinsam mit Ihrem Hausarzt notwendige Untersuchungen besprechen und veranlassen können.

Ich hatte früher schon einmal eine Oberlidstraffung. Kann ich nochmals eine haben?

Ja, sofern sich tatsächlich wieder ein Hautüberschuss gebildet hat. Die Komplikationsrisiken einer nochmaligen Operation sind jedoch etwas erhöht.

Meine Augen sind nicht gleich gross. Kann diese Asymmetrie korrigiert werden?

Kaum jemand hat eine komplett symmetrische Augenpartie. Eine gewisse Korrektur einer Asymmetrie ist möglich und wird in jedem Fall versucht. Meist betrifft jedoch die bestehende Asymmetrie nicht nur die Oberlider, sodass auch bei präzisem Angleichen der Oberlider die Gesamterscheinung der Augen nach der Operation nicht 100% symmetrisch sein wird.

Ich wünsche eine Oberlid- und Unterlidstraffung. Kann dies in der gleichen Sitzung durchgeführt werden?

Ja. Die Behandlung der Ober- und Unterlider ist gut in einer Operation möglich. Die Operationszeit wird allerdings verlängert (ca. 2 bis 3 Std.) und es wird oft empfohlen, den Eingriff in Vollnarkose oder zumindest mit Sedation durchzuführen.

Was passiert, wenn bei der Operation zu viel Haut entfernt wird?

Wird bei der Operation zu viel Haut entfernt, resultiert daraus ein inkompletter (unvollständiger) Lidschluss. Ein Abstand von 1 bis 2 mm zwischen den Lidrändern bei geschlossenem Auge ist früh nach der Operation normal und sogar erwünscht und bildet sich fast ausnahmslos nach einigen Wochen zurück. Verbleibt ein wesentlicher Abstand, kann dies zu einem trockenen Auge führen und sollte daher chirurgisch behandelt werden. Durch Eröffnung der alten Operationsnarbe und Einlage eines Hauttransplantates kann die Situation meist zufriedenstellend korrigiert werden.   

Kann ich nach der Operation Make-up tragen?

Bis die Wunden komplett geheilt sind (meist 7 bis 10 Tage), sollte das Operationsgebiet möglichst sauber gehalten werden. So empfehlen wir, kein Make-up direkt auf die Operationswunde aufzutragen. Die übrigen Gesichtspartien können problemlos abgedeckt werden. Sobald die Wunden vollständig verheilt sind, darf Make-up verwendet werden.

Wie lange kann ich nach der Operation nicht arbeiten?

Obwohl körperlich nach der Operation eigentlich keine Einschränkungen bestehen, wird empfohlen, schwere körperliche Arbeit inklusive Sport bis zur gesicherten Wundheilung und Rückgang der Schwellung zu unterlassen.

Es ist zu erwarten, dass Sie nach der Operation für einige Tage eine gut sichtbare Blauverfärbung Ihrer Augenpartie haben werden, was bei Arbeit mit Kundenkontakt ungünstig sein könnte. Es kann für die Zeit nach der Operation jedoch kein medizinisches Arbeitszeugnis ausgestellt werden. Wir empfehlen somit eine gute Planung des Operationstermins.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Oberlidstraffung?

Meistens nicht. Nur im Falle augenärztlich nachgewiesenen wesentlichen Gesichtsfeldeinschränkung werden die Kosten manchmal übernommen. Ein Kostengutsprachegesuch muss in solchen Fällen vorgängig bei der Krankenkasse ärztlich veranlasst werden.

Wenn ich aufgrund einer Komplikation behandelt, hospitalisiert oder eventuell nochmals operiert werden muss, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen?

Ja, sofern es sich um eine medizinische Komplikation wie zum Beispiel eine Infektion handelt. Korrekturen von “ästhetischen Komplikationen” werden nicht übernommen.